Die Lego A/S (auch The LEGO Group, Eigenschreibweise: LEGO) ist ein dänisches Unternehmen, das durch die mittlerweile als Spielzeugklassiker geltenden Legosteine bekannt wurde. Dabei handelt es sich um ein Baukastensystem, bei dem bunte Kunststoff-Klötzchen, Zahnräder, Figuren und andere Kleinteile zusammengesteckt werden, um damit Modelle von fast allen erdenklichen Dingen zu bauen. Das Wort Lego leitet sich von dänisch leg godt „spiel gut“ ab.

 

Das Unternehmen wurde am 10. August 1932 vom dänischen Tischlermeister Ole Kirk Christiansen zunächst zur Herstellung von Holzspielzeug gegründet. 1934 erfand er den Namen „Lego“ als Abkürzung für „leg godt“, dänisch für „spiel gut“. Vermutungen, der Name sei vom lateinischen lego (ich lese, ich sammle) hergeleitet, werden vom Hersteller bestritten.

1949 wurden Legosteine eingeführt, die den heutigen Steinen bereits ähnelten. Es handelte sich um farbige Kunststoffquader aus Celluloseacetat, deren Oberseiten, wie bei den heutigen Steinen, mit Noppen besetzt waren. Die Unterseite war jedoch völlig hohl, was dazu führte, dass mit diesen Steinen gebaute Modelle nicht besonders stabil waren. Dieses Problem wurde beseitigt, indem in die Unterseite der Steine hohle Röhren integriert wurden. Dieses Kupplungsprinzip wurde am 28. Januar 1958 zum Patent angemeldet, das 1988 auslief.

Von 1956 bis Ende der 1960er Jahre produzierte Lego in einem Werk in Hohenwestedt auch in Deutschland Modellfahrzeuge.[2] Die Modelle wurden realen Vorbildern im Maßstab 1:87 (H0) nachempfunden. Die Serien umfassten 16 PKW-Modelle, verschiedene Lastwagen, Zweiräder[3] und Zubehör wie Verkehrszeichen. Dazu passende Gebäude konnten aus den bereits vertriebenen Bausteinen gebaut werden[4] und brauchten nur durch weitere Elemente wie Garagentor mit spezieller Grundplatte ergänzt zu werden.

Ab 1996 war der Legostein vom Deutschen Patent- und Markenamt als Marke eingetragen. Dagegen gingen mehrere Wettbewerber vor. Am 16. Juli 2009 bestätigte der Bundesgerichtshof in letzter Instanz die vom Bundespatentgericht ausgesprochene Löschung der Marke. Im Interesse der Allgemeinheit müssten Formen vom Markenschutz freigehalten werden, deren wesentliche Merkmale eine technische Funktion erfüllten. Die Noppen auf der Oberseite des Spielsteins seien Teil des für Lego typischen Klemmsystems und hätten damit ausschließlich eine technische Funktion, urteilte der Bundesgerichtshof. Entsprechend urteilte am 14. September 2010 auch der Europäische Gerichtshof.[5]

Die Methode des Einzapfens wurde von den bereits im 19. Jahrhundert bekannten, aus Steinmehl gepressten Ankerbausteinen (siehe Anker-Steinbaukasten) übernommen und von Lego auf ein 8-mm-System auf Plastikbasis übertragen. Diese Bauweise setzte sich durch und wird noch immer verwendet.

Neben den Standard-Legosteinen machte die Familie Christiansen verschiedene Experimente bzw. entwickelte Alternativen zu Lego. Ab 1967 wurde Modulex für Architektenbüros produziert: Die Steine hatten die Ur-Form mit der hohlen Unterseite, besaßen 5/8 der Größe der originalen Legosteine und waren somit nicht kompatibel. Neben maßstabsgetreuen Modellen wurden aus diesen Steinen Hinweis- und Infotafeln hergestellt, beispielsweise für Krankenhäuser. Mitte der 1950er-Jahre wurde von Ole Kirk Christiansens Sohn Gerhardt Kirk das Unternehmen BILOfix gegründet, das neben Holzspielzeug auch eine Art Werkzeug-Baukastensystem herstellte.

Die Produktpalette von Lego wurde ständig erweitert, etwa um Platten und Schrägdach-Teile, später um Räder, transparente Steine und Figuren. Heute gibt es Tausende verschiedener Bauteile (Stand März 2013: Ca. 78.000 verschiedene Bauteile bei 96 Farben, wobei nicht jedes Bauteil in allen Farben gefertigt wird).[6] Nach wie vor können aber alle auf irgendeine Weise miteinander kombiniert werden.

Im Jahr 2003 machte das Unternehmen erhebliche Verluste (ca. 180 bis 190 Millionen Euro). Zurückgeführt wird das auf fatale Fehler im Management, das die klassischen Kinderthemen aufgab, beispielsweise den eingeführten Markennamen Duplo und das klassische Thema Legoland (Stadt). Der Verkauf von Star-Wars- und Harry-Potter-Produkten, die als Modethemen ins Programm genommen wurden und zuerst erfolgreich waren, stagnierte. Als „Rettung“ von Lego erwies sich die von vielen Lego-Fans als nicht Lego-typisch angesehene Bionicle-Serie. Ein Produkt dieser Serie kam unter die zehn meistverkauften Weihnachtsgeschenke in den USA.

Als Reaktion auf die Verluste wurde eine Rückkehr zu bewährten Themen versucht. Erste Erfolge zeigten sich bereits im ersten Quartal 2005, als die Verluste auf 13,2 Millionen Euro reduziert werden konnten. 2006 wurden die Produktionsstätten in der Schweiz (im Luzernischen Willisau) sowie die Distributionszentren in Billund, Hohenwestedt, Flensburg, Dunkerque und Lyon geschlossen und nach Tschechien verlegt. Die deutsche Hauptverwaltung zog von Hohenwestedt nach München um.

In jüngster Zeit mehrt sich die Kritik an den sich im Verkaufskonzept manifestierenden Geschlechterstereotypen, die wie im Fall der Mädchen-Produkte-Reihe „Friends“ etwa unter den Titel: „Kurven statt Klötzli“ gestellt werden.[7]

Einen Umschwung brachte Jørgen Vig Knudstorp. Sein Ansatz war: zurück zum Kerngeschäft. Dazu gehörte die Reduktion der über 14.000 Teile auf weniger als die Hälfte (heute bestehen Lego Sets zu rund 70 Prozent aus Standardteilen), Wiedereinführung von Duplo und ein klassischeres Redesign der Sets.

Die Lego-System-Reihe besteht aus zahlreichen Themenserien, die in unterschiedlichen Zeiträumen produziert wurden.

Stadt/City/World City: Lego City, wie das Stadt-Thema derzeit heißt, ist das langlebigste und erfolgreichste Thema des Herstellers. Die Lego-City-Produkte beruhen auf Spielszenarien aus dem Alltagsleben, so gibt es Polizeistationen, Feuerwehrstationen, Müllwagen oder auch Campingwagen, sowie mindestens eine speziell gestaltete Figur dazu.

Burg/Knight’s Kingdom/Castle/Kingdoms: Das Burg-Thema wurde 1978 eingeführt und wird seit 2004 unter dem Namen Knight’s Kingdom vermarktet. Seit 2007 wird Lego Castle hergestellt. Im Jahre 2010 wurde der Name erneut verändert und die Serie unter dem Begriff „Kingdoms“ geführt. Seit 2013 führt Lego das Thema wieder unter dem Namen „Castle“.

Piraten: Piraten-Sets wurden von 1989 bis 2002 produziert. Seit 2009 gibt es eine neue Piraten-Serie mit dem Namen Pirates. Derzeit gibt es keine Piratenserie.

Western: Western wurde nur 1996 und 1997 produziert, dann aber mangels Erfolg wieder eingestellt. 2002 gab es eine kurze Neuauflage. 2013 wurde mit dem Thema „Lone Ranger“ erneut ein Westernthema aufgelegt.

Wikinger: Das Wikinger-Thema wurde von 2005 bis 2006 vermarktet.

Exo-Force: Exo-Force ist eine Produktreihe von Lego mit japanischem Animationsfilm-Charakter, die auf Mech-Roboter (Kampfmaschinen) spezialisiert ist. Wie auch in anderen Science-Fiction-Lego-Themen geht es dabei um den Konflikt zwischen Menschen und Robotern. Die Serie war 2006 ein großer Erfolg und nach Lego City und Lego Star Wars die meistverkaufte Reihe. 2007 kam aber ein Einbruch, weil nur die kleinen, billigeren Modelle verkauft werden konnten und die teureren Sets in den Läden blieben. 2008 wurden die letzten Exo-Force-Modelle produziert, da die Reihe als Fehlschlag angesehen wurde.

Adventurer/Abenteuer/Pharaos Quest : Diese Serie wurde 1998 ins Leben gerufen und spielt als Abenteuer in Ägypten und seit 2000 auch im Dschungel Süd-Amerikas bzw. in einer Dinosaurier-Welt. 2011 wurde dann das Thema mit „Pharaos Quest“ erneut aufgelegt.

Eisenbahn: Einer der größten Erfolge von Lego, vor allem in Deutschland, war die 1966 gestartete Spielzeugeisenbahnserie. Die Lokomotiven verfügten zunächst über 4,5-Volt-, ab 1969 auch über 12-Volt- und seit 1991 über 9-Volt-Motoren.

  • Während die Lokomotiven im 4,5-Volt-System einen Batteriewagen mitführen mussten, der durch Signale mechanisch an- und ausgeschaltet werden konnte, nahmen die Züge im 12-Volt-System die Spannung über zusätzliche Stromschienen auf, die in der Mitte zwischen den Fahrschienen angebracht wurden. Die Anlage wurde von einem Netztrafo versorgt.
  • Die Gleise des 1991 eingeführten 9-Volt-Systems, das auch andere Elemente wie Sirenen und Blinklichter enthält, benötigen keine zusätzliche Mittelstromschiene, da die Stromleiter nunmehr als Metalloberfläche auf den Fahrschienen ausgeführt sind. Außerdem sind die Schwellen fest mit den Schienen verbunden. Die Montage der Gleise gestaltet sich damit wesentlich einfacher, allerdings sind sie zum 12-Volt-System nicht mehr voll kompatibel. Auf die Fernsteuerung von Weichen, Signalen und anderen Teilen wurde bei diesem System verzichtet.
  • Von Sommer 2006 bis 2009 gab es ein Eisenbahnsystem, bei dem die Stromversorgung über Batterien im Zug erfolgte. Die Geschwindigkeit wurde über einen Infrarotsender ferngesteuert. Die Motor-Fahrgestelle unterschieden sich von denen des 9-Volt-Systems nur dadurch, dass die Räder kein Metall zur Stromabnahme mehr enthalten; die Gleise unterschieden sich auch nur in dem Punkt, dass die Vorgänger-Schienen auf den Laufflächen mit Metall zwecks Stromfluss überzogen waren. Folglich ist das Vorgängersystem zu diesem nahezu vollständig aufwärtskompatibel.
  • Im Sommer 2009 wurde ein neues System veröffentlicht, bei dem der Zug durch das in anderen Lego-Themen schon seit 2007 verwendete und fernsteuerbare Power Functions-Motorsystem angetrieben wird. Dazu brachte Lego neue Schienen auf den Markt, die aus kleinen Abschnitten bestehen. Jeder Abschnitt besteht aus zwei Teilen, die sich zueinander in einem Winkel von einigen Grad verdrehen lassen. Viele dieser Abschnitte ergeben zusammen eine flexible Schiene, mit der sowohl Geraden als auch Kurven gebaut werden können.
  • In letzter Zeit sind verstärkt Modelle mit größerer Vorbildtreue erhältlich, so zum Beispiel Nachbildungen des Super Chief der Atchison, Topeka and Santa Fe Railroad und des Hogwarts-Express aus den Harry-Potter-Filmen. Dampfloks, Eisenbahnwaggons und Zubehör wurden von 2001 bis 2005 in der Produktreihe MY own TRAIN zusammengefasst. Zum ersten Mal konnte dort ein Legoset in verschiedenen Farben und Ausführungen bestellt werden (kleine Tenderlok,kleine Schlepptenderlok,große Tenderlok und große Schlepptenderlok.Farben:blau,schwarz,grün,dunkelgrau und braun.).

Weltraum: Das Weltraum-Thema wurde 1979 aufgrund des Erfolgs von Star Wars aufgelegt und seitdem mit diversen wechselnden Unterthemen wie Space Police, Ice Planet, M:Tron, Mars Mission etc. bis heute fortgeführt.

Belville: 1994 wurde versucht, jenen Mädchen Lego näherzubringen, die sich nicht für das herkömmliche Bauklötzchen-System interessierten. Die Farbgebung der Steine war im Gegensatz zu den anderen Lego-Themen vorwiegend pink und beige. Abgelöst wurde Belville durch die 2012 neu eingefügte Serie Friends.

Lizenzthemen: Zum Start des Kinofilms Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung ging Lego eine Kooperation mit Lucasfilm ein. Dadurch konnte der Hersteller lizenzierte Bausätze für Raumschiffe und ähnliches aus dem Star-Wars-Universum verkaufen. Ihnen lagen Minifiguren-Entsprechungen der Charaktere aus den Star-Wars-Filmen bei. Die Star-Wars-Serie beinhaltete außerdem Legosets mit sehr vielen Teilen, die sogenannten Ultimate Collector Sets (UCS). Insgesamt gibt es über 240 Lego-Star-Wars-Sets. Eine ähnliche Kooperation schloss Lego für Harry-Potter-, Batman-, Spider-Man-, Pirates-of-the-Caribbean-, SpongeBob-Schwammkopf- und Indiana-Jones-Produkte. Hinzu kommen Lizenzprodukte zu den Filmreihen Toy Story und Cars von The Walt Disney Company. Ende 2011 wurde zudem eine weitere Kooperation, diesmal für The-Lord-of-the-Rings-Produkte, abgeschlossen.

Mit den Lizenzprodukten erwirtschaftet Lego mindestens ein Drittel seines Umsatzes, auf dem US-Markt noch wesentlich mehr. Der Bayerische Rundfunk stellte in einem Beitrag vom Januar 2013 eine zunehmende Militarisierung der Star Wars-Serie (u. a. durch immer detailliertere Ausführung von Handfeuerwaffen, Verwendung von Tarnfarben usw.) ebenso wie eine zunehmende Aggressivität im Gesichtsausdruck der „bösen“ Figuren anstelle des früheren neutral-freundlichen Ausdrucks fest und konstatiert: „2000 und 2010 muss Lego beschlossen haben, dass sich Friedfertigkeit nicht mehr lohnt. Vielleicht ist es der Einfluss von Lizenz-Linien wie Harry Potter, Spiderman oder Herr der Ringe, der es nötig macht, dass man die Frage von gut und böse nicht mehr den Kindern überlassen darf.

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